Geschichte und Föhr  
  im Text: O. ist Osterlandföhr oder Osterharde , W. ist Westerlandföhr oder Westerharde  
  Osterlandföhr und Westerlandföhr  
  Föhr wurde schon im Jahre 1231 in zwei Harden eingeteilt. In Osterlandföhr und Westerland- föhr. Eine Harde war früher die Einheit von etwa hundert Familien. Wenn man so will, eine Verwaltungseinheit.
  Die Stadt Wyk löste sich 1706 von Osterlandföhr. Die Einteilung galt bindend bis 1864, aber noch heute wird die Einteilung, wenn auch etwas abgewandelt, verwendet.
  Beide Harden gehörten ursprünglich zum freien Friesland. Die Westerharde bestand nicht, wie anzunehmen, aus der halben Insel Föhr, sondern aus dem Kirchspiel St. Laurentii , den Dörfern Goting, Borgsum, Witsum, zwei Drittel von Nieblum und die ganze Insel Amrum. Schon im 14. Jahrhundert gehörte W. zu Dänemark. O. verblieb beim freien Friesland, daß sich den Schleswig-Holsteinern anschloß. Dadurch kam es auf der Insel auch zu politischen Gegensätzen.
  Deutlich wurde dies als auch die Friesen Krieg gegen Dänemark führten, so im Jahre  1411 und auch 1424, als sich die O. sich im Kampf mit den Schleswig-Holsteinern vereinten um sich von der dänischen Herrschaft zu befreien. Die W. kämpften nicht für diese Sache, weil W. ja Dänemark verpflichtet war. Auf der Lembecksburg herrschte zu der Zeit ein Vogt und Knappe der Lembecker mit eiserner Hand über die W. Durch seine Härte sorgte er wohl auch dafür, daß es nicht zu einer Verbindung mit O. kam. So auch als im Jahre 1426 in der Nikolaikirche eine Hardesversammlung der Friesen stattfand, an der die W. nicht teilnahmen.
  Als im Jahre 1435, nach einem fast dreißig Jahre währenden Krieg, der Frieden zwischen dem König Erik von Dänemark und Adolf VIII. von Schauenburg, Herzog von Schleswig, geschlossen wurde, mußte Dänemark Friesland und die Inseln an das Herzogtum Schleswig abtreten. Lediglich W. und List auf Sylt verblieben im Besitz Dänemarks und unterstand dem Amt Riepen.  
  Die W. ist danach einige Male vom Hause Dänemark verpfändet, wieder eingelöst, aber auch verkauft worden. So 1460 verpfändet, danach weiter verpfändet, aber 1484 wieder eingelöst. 1661 verkauft und 1683 wieder zurückgekauft. Dadurch hatten es die Einwohner teilweise mit den Dänen in Riepen aber auch mit den Schleswigern zu tun. In O. und W. wurde damals als Amtssprache deutsch gesprochen, nicht etwa dänisch.  
  O. wurde 1526 verpfändet, ging auch 1535 an Iwen Reventlow, Amtmann in Tondern, der aus den Steuergeldern in der damaligen Zeit seinen gepfändeten Anteil erhielt. In den Jahren 1424 bis 1713 gehörte O. herzöglich-schleswigschen, danach zum königlich-dänischen Anteil. In dieser Zeit gehörte W. zum Königreich Dänemark und O. zum Herzogtum Schleswig. 1771 wurde beschlossen, daß W. zur Verwaltungsvereinfachung dem Amte Schleswig zugehörig sein sollte. Die W. wandten sich daraufhin an den dänischen König mit der Bitte, daß es so bliebe, wie es war. Der König verfügte, daß dieser Beschluß rückgängig gemacht wurde und so blieb es dann auch bis 1864, bis ganz Föhr den Dänen abgenommen wurde. Damit wurde auch W. und Amrum Schleswig unterstellt.
  Während Sylt am 12. Juli und Röm am 13. Juli 1864 von den Preußen und Österreichern ero- bert wurden, war Föhr noch bis zum 18. Juli 1864 dänisch. Ein denkwürdiges Datum. Der Frieden selbst wurde am 30. Oktober 1864 geschlossen. Zwar hatte damit die Herrschaft durch die Dänen ein Ende, aber erst nachdem die Preußen in der Schlacht von Königsgrätz gegen die Österreicher gewonnen haben und im Prager Friedensvertrag die Rechte an Schleswig, Holstein und Lauenburg erhalten haben, wurde Föhr endgültig preußisch. Die dänische Herr- schaft hatte mit dem 12. Januar 1867 ein Ende gefunden. Der seit 1460 bestehende Zustand hatte sein Ende gefunden.
  Quelle: O.C.Nerong, Die Insel Föhr, erschienen 1903, Seite 80-90  
   

  Die Geschichte von Nordfriesland, Schleswig-Holstein und Dänemark ist im großen und ganzen die gleiche.  
  Aber fangen wir doch mal ganz vorne an. Bereits in der älteren Steinzeit vor mehr als 5000 Jahren waren die ersten Menschen in das heutige Gebiet von Nordfriesland und Schleswig- Holstein gekommen. Sie lebten hier als Fischer und Jäger und haben mit ihren Einbäumen die damaligen Seen und Flüsse befahren. Es gibt Funde aus dieser Zeit, die Sie als Beweise aus dieser Zeit in verschiedenen Museen finden werden.  
  In der jüngeren Steinzeit, der Bronzezeit und der Eisenzeit wurden die Menschen seßhaft und trieben auch Handel mit ihren Nachbarn. Das seinerzeit auf Helgoland gefundene Bern- stein diente damals schon als Handelsware. Im ersten Jahrhundert n. Chr. lebten bereits mehrere germanische Bauernvölker auf der “Cimbrischen Halbinsel”, so genannt von den Römern. Zuerst auf dem schmalen Gebiet der Marsch. Die Besiedlung des Landesinneren dauerte um einiges länger, weil hier die Geest mit tiefen Wäldern bewachsen war. Wegen der Enge ihrer Heimat verließen die Cimbern das Land, zogen gegen die Römer und wurden von denen vernichtend geschlagen. Sie waren die Ersten, die das Land verließen. Im 5. Jahrhundert, zur Zeit der Völkerwanderung, sind viele Angeln mit Jüten und Sachsen nach Britannien gezogen, haben das Land erobert und dort ihren Namen Angelland (England) gegeben.  
  Um 800 n. Chr. waren im Süden der Halbinsel drei Sachsenstämme seßhaft geworden und zwar dort, wo sie heute noch leben, die Dithmarscher (Gau des Dithmar). Diese haben damals ihre Wohnhäuser auf Wohnhügel, den Wurten oder Warften, gebaut, weil das Land immer wieder überflutet wurde. Deiche gab es damals noch nicht. Neben den Dithmarschern gab es noch die Stormarner (wegen ihres stürmischen Mutes?) und im Schutze der dichten Wälder die Holsten (Holz-Sassen).  
  Später setzten sich dann die Friesen, von West- und Ostfriesland kommend, dort fest, wo heute die nordfriesischen Inseln sind. Aus dem Norden zogen dann auch die Wikinger ins Land und haben dort gesiedelt.  
  Im 9. Jahrhundert bauten die Dänen unter ihrem König Göttrik das DANEWERK südlich der Schlei gegen die kriegerischen Sachsen.. 811 wurde die Eider als Südgrenze von den Dänen festgelegt. Im Osten bauten die Stormarner und Holsten den LIMES SAXIONAE gegen die Slawen. Im Süden, an der Elbe, entstand die Hammaburg (heute Hamburg) als Grenzfestung gegen die Slawen und Karl der Große baute die ESEBURG (heute Itzehoe) an der großen Nord- Süd- Straße, die auch über die Eider führt. Am Ende der Schlei setzten sich die schwedischen Wikingerkönige in HAITHABU (bei Schleswig) fest. 804 als Sliesthorp und 850 als Sliaswich benannt. Aus dieser Zeit künden noch die Runensteine von den Raubzügen dieses kriegerischen Volkes. Vergessen wird oft, daß diese aber auch als Bauern und Kauf- leute tätig waren. Wie hier in Haithabu. Haithabu wurde 1050 durch einen Brand zerstört.  
  Im Jahre 934 unternahm der Sachsenkaiser Heinrich I. einen Vorstoß über seine Nordgrenze und besiegte auf seinem Kriegszug Haithabu und zwang den Wikingern das Christentum auf. Wenig später gelang es dann auch Otto I. König Harald von Dänemark niederzuwerfen. Otto errichtete danach zwischen Eider und Schlei die DEUTSCHE NORDMARK. Nach dem Ende des Sachsenkaisertums mußte Konrad II. aus dem Geschlecht der Salier die DEUTSCHE NORDMARK bis zur Eider an Knut, den König von Dänemark, Norwegen, England und Schott- land abtreten.  
  Herzog Lothar von Sachsen, der spätere Kaiser Lothar III. belehnte Adolf I. von der Schauen- burg bei Rinteln an der Weser mit den Grafschaften Holstein und Stormarn im Jahre 1010 /11. Das Geschlecht der Schauenburger, die sich als Ansiedler der Bauern, als Städtegründer, als kluge Politiker und als wachsame Hüter der Nordgrenze hervortaten, unterlagen unter Adolf dem III. von Schauenburg der Übermacht der Dänen unter Führung des Herzogs Waldemar von Schleswig, der 1202 König von Dänemark wurde.  
  Der Hohenstaufer, Kaiser Friedrich II. überläßt daraufhin Waldemar von Dänemark alle zum römischen Reiche gehörenden Gebiete jenseits der Elbe. Das war im Jahre 1214. Die Holsten unter Adolf IV. von Schauenburg errangen aber gegen Waldemar II. von Dänemark im Jahre 1227 bei Bornhöved in einer Schlacht mit Unterstützung der Mecklenburger, der Niedersach- sen, den Bremern, den Hamburgern und Lübeckern Land und Freiheit zurück. Damals so um 1300 sind etliche Städte in den Grafschaften entstanden. Erst recht, als es dem Schauenbur- ger Holstengrafen Gerhard III. gelang, vom König von Dänemark im Jahre 1326 das Fahnen- lehen über Schleswig und Holstein zu erhalten.   
  Zu dieser Zeit erhielten die Schauenburger in den Verteidigungskämpfen gegen die Dänen Hilfe von der Hanse. Es war zur Zeit des Dänenkönigs Waldemar IV Atterdag (1340-1375), der die Friesen an der Küste überfiel und plündernd durch die gesamte NORDMARK zog, auch in Schweden einfiel und die Kriegsflotte der Hanse im Kampf in der Ostsee zerstörte.  
  Das allerdings konnte sich die Hanse nicht bieten lassen. Sie schloß sich mit den Schweden, den Mecklenburgern und den Holsteinern zu einer Seestreitmacht zusammen und siegten. In Stralsund wurde im Jahre 1370 ein Friedensvertrag geschlossen.  
  Nachfolgerin auf dem Thron wurde seine Tochter Margarete, die durch Heirat 1380 gleichzei- tig Königin von Norwegen war. Von da an bildeten Norwegen und Dänemark eine Union. 1389 wurde sie auch noch Königin von Schweden. Damit waren alle drei nordischen Länder in einer Hand. Es kam 1397 zur “Kalmarer Union”, einer Reichsbindung, die bis 1513 hielt.  
  Zwischen Eider und Elbe saßen die Dithmarscher, die einen Bauernfreistaat errichtet hatten. Es gab in Meldorf den Rat von achtundvierzig auf Lebenszeit gewählten Bauern, die gemein- sam das Land regierten. Obwohl Gerhard III. Schleswig und Holstein vereint hatte, konnte er die Dithmarscher nicht bezwingen. 1319 mußte er eine Niederlage hinnehmen. Auch 1404 wurden etwa 300 Holstenritter erschlagen, als sie versuchten, in Dithmarschen einzudringen.  
  Nach dem Aussterben der Schauenburger (1459) wurde Christian I., König von Dänemark, Herzog von Schleswig und Graf von Holstein-Stormarn. Diese geschaffene Personalunion galt bis in das Jahr 1863. Im Jahre 1460 sagte Christian I. den Schleswig-Holsteinern eine eigene Verwaltung, Rechtssprechung und ewige Unteilbarkeit zu. Der Kaiser erhob auch Holstein in 1474 zum Herzogtum.
  Aber immer noch weigern sich die Dithmarscher, die Herrschaft Dänemarks anzuerkennen. Die Dänen wollten in Dithmarschen drei Burgen errichten, um dort ihre Herrschaft zu festigen. Sie sind daraufhin unter König Hans von Dänemark und den Schleswig-Holsteinern in das Land eingedrungen und haben Meldorf besetzt. Die Dithmarscher verschanzten sich darauf- hin in Hemmingstedt und öffneten die Fluttüren der Deichschleusen, es kam daraufhin zu einer schweren Überschwemmung der Marsch. Die Eindringlinge wurden von der Flut überrascht, das Heer löste sich auf und die Dithmarscher haben dabei auch im Kampf den Gegnern eine schwere Niederlage beigebracht. Das war 1500. Erst 1559 gelang es mit einer vierfachen Übermacht, die Dithmarscher in die Knie zu zwingen. Die Bauern des Bauern- staats wurden entwaffnet, das Land unter den Siegern aufgeteilt.
   
1523 zerbrach die Union mit Schweden, Christian II. verlor den dänischen Thron, als Nachfol- ger wurde Herzog Friedrich von Schleswig und Holstein zum dänischen König gewählt. Sein Sohn, Christian III. führte 1536 die evangelische Reformation ein, als Staatskirche 1537.
  Gelitten hat Schleswig Holstein durch die Zersplitterung des Königshauses Dänemark in seine Haupt- und Nebenlinien mit seinen großen und kleinen Fürstenhäusern, aber auch im 30-jährigen Krieg (1618-1648), im schwedischen Krieg und im nordischen Krieg (1700-1721).  
  In der Franzosenzeit, als Napoleon 1805 bei Jena und Auerstädt siegte und als das deutsche Reich zusammenbrach, fiel Holstein an Dänemark. Deshalb mußte sich zwangsläufig sowohl Schleswig, als auch Holstein durch den König von Dänemark mit Napoleon verbünden. 1813 wurde diese Koalition besiegt, Norwegen ging verloren und als 1815 der DEUTSCHE BUND entstand, wurde Holstein als Bundesstaat eingegliedert. Damit war erst einmal die Einheit der Schleswig-Holsteiner dahin, aber auch um niemals wieder zu seiner Größe zu finden, die das Land einst hatte. Schleswig blieb bei Dänemark.
  Nun schlossen sich Patrioten zusammen, um gegen die “Eiderdänen” für Deutschtum und Ein- heit Schleswig-Holsteins einzustehen. In dieser Zeit entstand auch das Lied “Schleswig-Hol- stein meerumschlungen....”. Es kam zur Proklamation in Kiel, es war März 1848. Es wurde auch eine provisorische Regierung gebildet, es kam zu einem Krieg, an dem auch Freikorps beteiligt waren. Nachdem Preußen seine Hilfe zurückzog, war der Konflikt vorerst beendet. Durch den “Frieden von Berlin” von 1850 und den “Londoner Vertrag” von 1852 blieb der Bestand des dänischen Gesamtstaates erhalten, aber mit der Auflage, Schleswig nicht enger als Holstein an sich zu binden.
  Als aber der dänische König die “Eiderdänische Verfassung” im November 1863 erließ, die im Widerspruch zu den Österreich und Preußen gegebenen Zusagen stand, kam es zum Krieg gegen Dänemark. Die Verbündeten überschritten die Eider, stießen nach Norden vor und be- setzten auch die nordfriesischen Inseln und Jütland.
  Im Frieden zu Wien mußte der König von Dänemark die Herzogtümer Schleswig an Preußen , Holstein und Lauenburg an Österreich abtreten. Nun hatte sich Bismarck  schon 1863 dahin- gehend geäußert, daß die Schleswig-Holsteiner Preußen werden sollten. Dazu kam es dann ja auch. Es kam zum Krieg zwischen den Preußen und Österreichern und in der Schlacht von Königsgrätz im Jahre 1866 siegten die Preußen. Im Friedensvertrag von Prag wurden alle  Rechte an Schleswig und Holstein den Preußen übertragen, damit war die lange währende dänische Herrschaft nunmehr mit dem 12. Januar 1867 zuende. Von diesem Tage an wurden die Herzogtümer Schleswig und Holstein, sowie Lauenburg preußische Provinz. Der seit 1460 bestehende Zustand hatte damit sein Ende gefunden.
  Nach dem ersten Weltkrieg (1914-1918) fiel Nordschleswig an Dänemark, denn bei der 1920 stattgefundenen Volksabstimmung votierten dort 75 % für Dänemark. Im südlichen Teil stimm- ten nur 20 % für Dänemark. Somit verlief die Grenze jetzt oberhalb von Sylt und Hadersleben, Tondern und Apenrade waren wieder dänisch, auch Sonderburg und die Insel Alsen, Flens- burg wurde Grenzstadt.
  Seitdem kam es nicht wieder zu Gebietsveränderungen, auch nicht nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Durch die Flüchtlingswelle seit 1945 kamen seinerzeit etwa 1 Million Deutsche aus dem Osten ins Land.
  Heute ist Schleswig-Holstein ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  Quellen  
   Lexikothek von Bertelsmann 1979   www.sh-tourist.de/radderge/        
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