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Es war einmal ein junger Psychiater, der Hector hieß und als Glücksexperte sehr berühmt geworden war. Nun bekommt er von einem mächtigen Konzern einen zweifelhaften Auftrag: der Unstetigkeit der Liebe durch die Entwicklung entsprechender Liebespillen auf die Sprünge zu helfen. Warum verlieben wir uns in jemanden, der gar nichts von uns wissen will? Warum liebt manchmal der eine mehr als der andere? Kann man nicht für immer verliebt bleiben? In einer aufregenden Recherche und einer Versuchsreihe, an der auch Hector selbst teilnimmt, erfährt er alles über das schwierige Zusammenleben von Männern und Frauen. Faszinierend! Könnte eine entsprechende Oxytocin-Dopamin-Rezeptur tatsächlich ...? In letzter Minute besinnt sich Hector. Obwohl sie so kompliziert und schmerzlich sein kann, soll die Liebe in Ewigkeit bleiben, was sie ist: Laune des Augenblicks, das größte Glück und die einzige Macht, die tiefe Sehnsucht stillen kann. Der Psychologe François Lelord, geboren 1953, schloss 1996 seine Praxis, um sich und seinen Lesern die wirklich großen Fragen des Lebens zu beantworten. Er ist viel auf Reisen, besonders gerne in Asien, und lebt nach Jahren in Kalifornien heute in Paris. Das erste Buch um Lelords Alter ego, »Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück« wurde ein internationaler Erfolg und stand wochenlang ganz vorne in den deutschen Bestsellerlisten. Nachdem Hector, der französische Psychiater nach seinem ersten, sehr erfolgreichen Ausflug die Eigenheiten des Glücks ausgiebig erforschte ("Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück"), macht er sich bei seiner zweiten Exkursion daran, die Liebe genauer zu ergründen. Die Beziehung zu seiner Freundin Clara steckt ein wenig in der Krise und so kommt Hector der Auftrag von Claras Chef Gunther gar nicht so ungelegen, den bekannten Professor Cormoran ausfindig zu machen, der sich mit der Frage beschäftigt, wie man der Liebe Kontinuität verleihen könnte. Allerdings fehlt seit einiger Zeit jede Spur von ihm. Die letzten Nachrichten von ihm stammen aus dem asiatischen Raum. Gunther arbeitet bei einem großen Pharmakonzern und natürlich wäre es eine Menge Geld wert, wenn komplizierte Gefühle wie die Liebe mit einigen Hormontabletten in Schach gehalten werden könnten. Ist es also tatsächlich nur eine Frage der richtigen Zusammensetzung der Moleküle? Ein Spiel der Hormone Oxotcyn und Dopamin? Hector beginnt, um den Besonderheiten der Liebe auf die Spur zu kommen, selbst an einem Experiment teilzunehmen. Er nimmt ein Medikament, "mit dessen Hilfe wir uns in die Person verlieben, in die wir uns verlieben wollen. Oder verliebt bleiben, wenn wir es nur wünschen." Allerdings, wenn es gelänge, eine solche Arznei zu schaffen, dann könnte natürlich auch mit der Zusammensetzung der Wirkstoffe experimentiert werden - nicht immer mit positiven Ergebnissen, wie sich bald herausstellt. Eigentlich erzählt der Franzose Francis Lelord, geboren 1953, keinen Roman, sondern er konstruiert halbherzig eine dünne Geschichte um seine Hauptperson Hector, die sich zwischen zwei Frauen nicht entscheiden kann. So ist es Lelord leicht möglich, die kleinen Sentenzen über die Liebe, die häufig sehr banal sind, an den Leser oder die Leserin zu bringen. Zum Beispiel schreibt er: "Kleine Blüte Nr. 6: Wahre Liebe ist, wenn man immer errät, worauf der andere Lust hat." Und weiter im nächsten Abschnitt: "Kleine Blüte Nr. 7: In der Liebe ist es wunderbar, wenn der andere Ihre Wünsche errät, aber Sie müssen ihm manchmal auch zu helfen wissen, indem Sie diese Wünsche aussprechen." Von philosophischem Tiefgang kann hier nicht die Rede sein und literarisch macht das Bändchen auch nicht viel her. Für handfeste, aktuelle Informationen aus dem Bereich der Forschung empfiehlt sich der Griff zum Fachbuch (Bas Kast: "Die Liebe oder wie sich Leidenschaft erklärt") oder, wer es gerne etwas romantischer hätte, der wird bei den großen Liebesromanen der Literatur mehr auf seine Kosten kommen. Manuela Haselberger zurück zur Seite 1 |
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