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Grau, teurer Freund, ist alle Theorie -
UND grün des Lebens goldner Baum
(Goethe, Mephisto)

Wilhelm Busch
1832 - 1908

Wenn einer,
der mit Mühe kaum
Geklettert ist
auf einen Baum,
Schon meint,
dass er ein Vogel wär,
So irrt sich der.

Victor Hugo,
1802 - 1885

franz. Schriftsteller:
"Die Zukunft
hat viele 
Namen:
Für Schwache ist sie
das Unerreichbare,
Für die Furchtsamen
das Unbekannte,
Für die Mutigen
die Chance"

Jockel DeMeehl
von 1993:

Auf der Insel Föhr
da hatt' ich's schwer.
Das Meer war leer,
welch ein Malheur!
Da Ebbe grad war,
war das Meer halt nicht da.
Ich betrank mich ein Stück,
da kam es zurück.
Welch Glück!
Das Meer und ich
war'n beide jetzt voll.
Ja, darum fand ich's
auf Föhr so toll !

Benjamin Franklin:
Wer die Freiheit aufgibt,
um Sicherheit zu gewinnen,
wird am Ende beides verlieren!

Curt Goetz:
Von allen Gesichtspunkten sind mir die Sommersprossen am liebsten, sie kann man küssen !

US Präsident Truman hatte schon als Kind schwache Augen und konnte deshalb nicht Baseball spielen.
Man gab ihm deswegen eine andere Aufgabe:
Er wurde Schiedsrichter !

Theodor Storm Vom Unglück
erst zieh ab
die Schuld;
was übrig ist,
trag in Geduld.
 

 

 

 

 

 



 

Henning Mankell: Tea-Bag.
Aus dem Schwedischen von Verena Reichel.

Taschenbuch   9,50

Jesper Humlin hat es nicht leicht. Zwar ist er ein gefeierter Lyriker,
doch sein Verleger besteht darauf, dass er endlich einen Kriminalroman
schreibt, der Kurs seiner Wertpapiere ist gefallen, seine Freundin will
ein Kind von ihm, und seine Mutter hat eine Agentur für Telefonsex eröffnet.
Da lernt er bei einer Lesung Tea-Bag, ein schwarzes Flüchtlingsmädchen,
und ihre Freundinnen kennen. Nach und nach erfährt er ihre Geschichten.
Ein Roman, der das Gegensätzlichste verbindet - eine Satire auf den modernen
Literaturbetrieb und einen Einblick in die illegale Welt der Einwanderer.
Ein Buch von wunderbarer Komik und tiefem Ernst - ein neues Genre, in dem
Mankell wie in seinen früheren Büchern brilliert.
 

Ein neuer Mankell? Da schlagen die Herzen der Leser sofort höher, auch wenn der schwedische Bestseller - Autor diesmal keinen Krimi vorlegt. Doch was sind schon Wallander und Co gegen die berührende Geschichte dreier Flüchtlingsmädchen: Tea-bag, Leyla und Tanja, halten sich illegal in Schweden auf und verspüren keinen größeren Wunsch, als schreiben zu lernen; und das am besten von einem richtigen Experten: dem Lyriker Jesper Humlin. Eigentlich reißt sich Jesper nicht darum, sich mit diesen Mädchen abzugeben, ist er doch vollauf mit der Erhaltung seiner Sonnenbräune beschäftigt. Zudem muss er sich nachhaltig gegen die eifersüchtigen Vorwürfe seiner Freundin Andrea zur Wehr setzen. Ganz abgesehen von seiner Mutter, die nicht nur beschließt mit reifen achtzig Jahren noch einen voluminösen Thriller zu verfassen, sondern ganz nebenbei ihre Rente mit Telefonsex aufbessert. Und dann ist da noch sein Verleger, der bereits die Marketing - Kampagne für sein neues Buch startet: natürlich einen Krimi. Wer da an Mankell und seinen Kommissar Wallander denkt, liegt ganz bestimmt nicht falsch. Die drei Mädchen lassen sich jedoch nicht so schnell beiseite drängen und ganz langsam, je mehr sich Jesper auf ihre traurigen Schicksale einlässt, beginnt er sich selbst zu verändern und seine eigene Umwelt neu, sensibler, wahrzunehmen und er stellt zu seiner Überraschung fest, dass er sein eigenes Land nicht mehr kennt. Allerdings verharren die drei jungen Frauen längst nicht in ihrer Opferrolle. Dafür haben sie allesamt zu viel gesehen. Dass sie nicht immer bei der Wahrheit bleiben, lernt Jesper schnell, dass sie ihre Identität im Handumdrehen verändern können, lässt ihn staunen, doch als sie die Handys einer ganzen Polizeistation entwenden, ist er sprachlos. "Eins haben die Mädchen mich gelehrt. Sie kommen allein zurecht. Sie sind keine hilflosen Opfer. Sie gehen siegreich aus jedem Boxmatch hervor, in das sie hineingezwungen werden." Es hat lange gedauert, bis die drei so weit waren. Ihre jeweiligen Geschichten bilden den Kern dieses großartigen, dialogreichen Romans, der zum einen die Einwandererproblematik unsere Gegenwart abbildet und zum anderen, die Eitelkeiten des Literaturbetriebs auf die Schippe nimmt. Mit dieser Mischung überzeugt Mankell wieder einmal auf der ganzen Linie. Manuela Haselberger

  

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